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Verband:
Gegründet:

1930

Region:

Weltweit

Anzahl der Mannschaften:

208 Mannschaften in der Qualifikation; 32 Mannschaften in der Gruppenphase des Turniers

Grad:
Aktuelle Titelhalter:
Sponsoren:
Offizielle Website:

Geschichte

Inhaltsverzeichnis

Die FIFA Weltmeisterschaft

Die Weltmeisterschaft 2010 wird das erste Mal in ihrer Geschichte in Afrika stattfinden und wird somit das größte internationale Sportereignis sein, das jemals Südafrika ausgetragen wurde.

Südafrika, das seinen Antrag auf die Weltmeisterschaft 2006 gegen Deutschland verloren hat, hat sich aus diesem Grund vermehrt ins Zeug gelegt, um Austragungsort für die Weltmeisterschaft 2010 zu werden und hat dafür sogar den ehemaligen Präsidenten, Nelson Mandela, die Werbetrommel bei der FIFA rühren lassen.

Geschichte der Weltmeisterschaft

Die Weltmeisterschaft wurde durch den französischen Anwalt Jules Rimet, der ein Geschäftsmann mit großer Leidenschaft für den Fußball war, ins Leben gerufen. Er war Mitglied des FIFA-Ausschusses während der Olympischen Spiele 1924 in Paris, als er Uruguay gewinnen sah – dies brachte ihn auf die Idee, einen eigenen weltweiten Fußballwettbewerb auszutragen. Er unterbreitete den Vorschlag einer Weltmeisterschaft und diese Idee wurde 1928 in Amsterdam von den Mitgliedern der FIFA verabschiedet. Später dann, nach einem besonderen FIFA Kongress in Barcelona wurde die Uruguay auserwählt, Veranstalter der ersten Weltmeisterschaft zu werden. So kam es, dass Uruguay 1930 nicht nur seinen 100-jährigen Jahrestag der Unabhängigkeit sondern auch die erste Weltmeisterschaft feiern konnte.

1930 - Uruguay: Uruguay
Aufgrund der “sehr kleinen" Hürde, den Atlantischen Ozean überqueren zu müssen, entschieden die meisten europäischen Mannschaften, nicht an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Außerdem weigerten sich die britischen Mannschaften, sich mit dem Rest der Welt messen zu wollen. Daher reisten nur vier Teams aus Europa nach Montevideo: Rumänien, Jugoslawien, Belgien und Frankreich. Obwohl bei der ersten Weltmeisterschaft nicht die “besten der Welt” dabei waren, wurde das Turnier auf einem hohen Niveau ausgetragen, dank der Präsenz der Teams aus Südamerika. Dreizehn Mannschaften wurden in 4 Gruppen aufgeteilt, wobei sich die jeweiligen Gewinner für die Halbfinale qualifizierten.

Das erste Tor, das jemals bei einer Weltmeisterschaft geschossen wurde gelang dem französischen Stürmer Lucien Laurent, doch unglücklicherweise konnte das extra für dieses Ereignis gebaute Stadion “Estadio Centenario” nicht rechtzeitig für dieses historische Spiel fertig gestellt werden. Das Stadion wurde am 18. Juli (Uruguays Unabhängigkeitstag) mit dem Spiel Uruguay gegen Peru, eröffnet – Uruguay besiegte Peru mit 1:0. Uruguay, Argentinien, Jugoslawien und die USA gewannen ihre Gruppe, Brasilien war die große Enttäuschung bei diesem Turnier.

Argentinien und Uruguay gewannen ihr Halbfinalspiel jeweils mit 6:1. Die Argentinier konnten sich gegen die USA durchsetzen und zogen in das Finale ein und der Gastgeber schlug Jugoslawien. Im Finale standen sich die beiden besten Mannschaften des Turniers gegenüber. Uruguay, der zweimalige Olympiasieger (1924-1928), hatte Andrade (genannt “Maravilla Negra”), Nasazzi und die Stürmer Scarone und Pedro Cea in ihrem Team. Argentinien konnte mit Guillermo Stabile, den späteren Torschützenkönig, die beste Offensive des Turniers stellen. Uruguay ging durch Dorado vor 90.000 Zuschauern in Führung, doch Argentinien konnte mit einer 2:1 Führung durch die Treffer von Peucelle und Stabile in die Halbzeit gehen. Doch nach der Pause konnten die Gastgeber mit drei wunderschönen Toren durch Cea, Iriarte und Castro das Spiel drehen. Kapitän José Nasazzi konnte somit zum aller ersten Mal die Jules Rimet Trophäe (kreiert durch den französischen Skulpteur Abel Lafleur) in die Lüfte stemmen.

1934 - Italien: Italien
Die zweite Weltmeisterschaft war zugleich die erste in Europa. Italiens Diktator und Sportfanatiker fand, dass es eine hervorragende Möglichkeit sein würde Propaganda zu betrieben und so sollte Italien Gastgeber werden. Diese zweite Auflage des Turniers hatte ein neues Format – die FIFA hatte sich für eine „K.-o.-Runde“ für die 16 teilnehmenden Mannschaften entschieden, mit Spielen die an acht verschiedenen Orten ausgetragen werden sollten.

Obwohl England und die Weltmeister aus Uruguay nicht teilnahmen, hatten die Spiele diesmal mit Ägypten, die erste Nation, die den afrikanischen Kontinent vertrat. Die italienische Mannschaft zählte zu den Favoriten des Turniers, doch es war Österreich, unter Trainer Meisl, die als “Das Wunderteam” bekannt waren. In ihrem Team spielte Matthias Sindelar – der beste Spieler dieser Ära. Sie mussten eine schwere erste Runde überstehen und benötigten die Verlängerung, um Frankreich mit 3:2 zu besiegen (mit einem Abseitstor von Schall). Italien hatte es da einfacher und man besiegte die USA mit 7:1. Spanien kaufte Brasilien den Schneid ab, dank ihres Torhüters Ricardo Zamora und Deutschland, Ungarn, Schweden und die Tschechoslowakei zogen allesamt in das Viertelfinale ein.

Hier wurde (eine Art) Derby zwischen Österreich und Ungarn von den Österreichern gewonnen, während Italien ein Wiederholungsspiel benötigte, um Spanien (eigenartigerweise ohne Zamora) mit 1:0, durch ein Tor von Meazza, zu besiegen. Deutschland konnte sich mit einem knappen Sieg (2:1) gegen die Tschechoslowakei durchsetzen, die die Schweiz mit 3:2 besiegt hatten. Wenn 1930 in Uruguay das Turnier ein riesiger Erfolg für Südamerika gewesen ist, so ist die italienische Ausgabe ein Triumph für Mitteleuropa gewesen.

Im Halbfinale jedoch schlug Italien das Wunderteam mit 1:0 durch ein Tor des Italo-Argentiners Guaita. Der Österreichische Torhüter mag vielleicht Schuld gewesen sein, doch zu dieser Zeit konnte der Torhüter keinen Schutz durch die Schiedsrichter erwarten. Des Weiteren beschwerten sich die Österreicher auf das Heftigste, da ihr Star Sindelar während des gesamten Spiels getreten wurde, ohne aber Gehör beim Schiedsrichter zu finden. Sindelar musste nach dem Spiel für einige Tage im Krankenhaus behandelt werden. Im anderen Halbfinale verlor Deutschland widerstandslos mit 3:1 gegen die Tschechoslowakei, wobei dem Spieler Nejedly ein Hattrick gelang.

Das Finale wurde vor 50.000 Zuschauern im PNF Stadion in Rom ausgetragen. Puc traf in der 70. Minute für die Tschechoslowakei und nach einigen Verzweiflungsaktionen gelang der italienischen Mannschaft durch Orsi (ein weiterer Italo-Argentinier) 10 Minuten später der Ausgleich. In der Verlängerung besiegelte der Gastgeber den Sieg durch einen Treffer von Schiavio (ein Stürmer, der später zurücktrat, um sich auf seinen Modeshop konzentrieren zu können). Italien wurde zum ersten Mal Weltmeister und Mussolini war glücklich: seine Propaganda-Mission war erfolgreich. Bei einem Turnier, in dem 70 Tore erzielt wurden, wurde Nejedly Torschützenkönig. Es gab nicht ein einziges Eigentor und nur eine rote Karte, für den ungarischen Spieler Markos, während des gesamten Turniers.

1938 - Frankreich: Italien
Der FIFA-Kongress in Berlin (August 1936) entschied, dass Frankreich die dritte Welt-meisterschaft austragen sollte. Das Format blieb unverändert – 16 Mannschaften in einem K.-o.-Runden-System mit Spielen, die an neun verschiedenen Orten ausgetragen werden sollten. In der Qualifikation trafen 27 verschiedene Mannschaften aufeinander und das Turnier war schwer von der Politik geprägt. Spanien zog sein Team aufgrund des Bürgerkriegs zurück und Österreich gab es nach dem “Deutschen Anschluss“ nicht mehr. Österreichische Spieler wie Sindelar weigerten sich, für die deutsche Mannschaft zu spielen. Der Trainer Herberger war zuversichtlich, den Titel nach Deutschland zu holen, musste aber nach einer Niederlage gegen die kleine Schweiz in einem Erstrunden-Wiederholungsspiel vorzeitig abreisen. Der Titelverteidiger Italien musste eine schwere erste Runde überstehen und sie benötigten in Marseille die Verlängerung, um gegen Norwegen weiterzukommen. Das Spiel war nur nennenswert aufgrund der Vielzahl an italienischen, politischen Flüchtlingen, die dem Spiel beiwohnten und die gemeinsam mit Buh-Rufen ihren Unmut gegen Italien äußerten. Brasilien war das aufregendste Team des Turniers, mit Stars wie Leonidas und Domingos. Sie besiegten Polen mit 6:5! Kuba, Schweden, Ungarn, Frankreich (3:1 gegen Belgien) und die Tschechoslowakei qualifizierten sich für das Viertelfinale.

Frankreich – Italien: das Spiel im "Stade des Colombes” in Paris war das Hauptspiel der Weltmeisterschaft. Italien spielte in Schwarz (die Farbe des Faschismus) und sah sich einem feindlichen Publikum gegenüber. Sie gewannen jedoch mit 3:1 durch zwei Treffer des jungen Stürmers Silvio Piola. Ungarn, Schweden und Brasilien schafften es ebenfalls in das Halbfinale.

Italien - Brasilien war das aufregendste Spiel des Turniers. Brasiliens Star Leonidas konnte aufgrund einer Verletzung nicht am Spiel teilnehmen und jemand aus dem italienischen Lager hatte, um das Team motivieren zu wollen, die Nachricht verbreitet, dass der brasilianische Trainer Pimenta den "schwarzen Diamanten" für das Finale schonen wolle. Den Italienern gelang der erste Treffer durch Colaussi, um dann einen weiteren durch einen Elfmeter folgen zu lassen. Der Elfmeter wurde duch Meazza ausgeführt. Das Interessante dabei war, das er diesen mit einer Hand die Hose haltend ausführte, da das elastische Band, das die Hose hält, gerissen war. Romeo konnte für die Brasilianer das Spiel wieder spannend gestalten, doch der Treffer war zu wenig und fiel zu spät. Das Spiel wurde erneut in Marseille ausgetragen und wieder hatten viele Italiener die Brasilianer unterstützt. Ungarn dominierte das andere Halbfinale und besiegte Schweden mit 5:1. Damit war das Finale eine klassische mitteleuropäische Angelegenheit.

Es war ein aufregendes Spiel – Italien konnte zweimal in Führung gehen und sie führten zur Halbzeit mit 3:1. Der ungarische Stürmer Sarosi konnte nach einem Konter einen Treffer erzielen doch Piola konnte erneut den entscheidenden Treffer nach einem Pass von Biavati erzielen. Italien wurde zum zweiten Mal Weltmeister und die Zeitungen waren voller Superlative, wie z.B. “Weltmeister für immer”. Die Italiener konnten eine fantastische Ära, mit zwei Weltmeistertiteln und einer Goldmedaille 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin, Westdeutschland, abschließen. Brasiliens Leonidas wurde Top-Torschütze mit 7 Treffern.

1950 – Brasilien: Uruguay
Während des Zweiten Weltkrieges fand 1942 und 1946 kein Wettbewerb statt. 1950 wurde dann in Luxemburg entschieden, die nächste Weltmeisterschaft in Brasilien auszutragen. Die Nachkriegs-Atmosphäre im Fußball war eher traurig und das Spiel selbst hatte sich geändert – die Olympischen Spiele 1948 wurden durch die nordeuropäischen Teams dominiert. Zum ersten Mal waren die Teams in Gruppen eingeteilt - 16 Teams in 4 Gruppen á 4 Mannschaften mit Spielen, die an 6 verschiedenen Orten ausgetragen wurden. Schottland, Indien und die Türkei zogen allerdings ihre Teams zurück und so nahmen nur 13 Nationen teil. England nahm zum ersten Mal teil, war aber ohne Glück und sie verloren ihr Spiel gegen die USA, dessen Mannschaft “Ellis Island Team” genannt wurde, aufgrund der Spieler, die allesamt Immigranten waren. England verlor erneut gegen Spanien, die in die Finalrunde einzogen. Brasilien gewann seine Gruppe mit Siegen gegen Jugoslawien und Mexiko. Schweden schlug überraschend Italien und Uruguay musste nur ein Spiel spielen, um sich für die Finalrunde zu qualifizieren – sie schlugen Bolivien mit 8:0. Es gab in dieser Ausgabe der WM keine K.-o.-Spiele; nach der ersten Runde gab es eine finale Gruppe, bestehend aus den 4 qualifizierten Mannschaften. Natürlich galt Brasilien mit seinen Stars Ademir und Zizinho als der Favorit. Sie gewannen gegen starke Schweden (Skoglund, Jepsson) mit 7:1 und 6:1 gegen Spanien. Niemand konnte sich eine Niederlage der Brasilianer vorstellen und ein Unentschieden hätte für den Titel gereicht. Uruguay, der letzte Gegner, hatte nur 3 Punkte zu verbuchen, nach einem Unentschieden gegen Spanien und einem 3:2 Sieg gegen Schweden. Das Mario Filho Stadion, das größte Stadion der Welt, besser bekannt als Maracana, war mit 160.000 Zuschauern zum Bersten gefüllt (viele sagen allerdings, dass es wohl eher 220.000 Menschen gewesen sein sollen), die alle nur darauf warteten, dass Augusto die Trophäe in die Luft halten würde.

Als Friaca dann das erste Tor erzielte brach selbstverständlich der Karneval auf den Rängen aus. Doch die Tragödie sollte erst seinen Lauf nehmen:. Pepe Schiaffino glich in der 66. Minute, nach einer Flanke von Alcides Ghiggia, für Uruguay aus. Uruguays Kapitän Obdulio Varela rief “Pass rüber!”, doch Ghiggia, anstatt zu passen, hielt einfach drauf und der brasilianische Torhüter Moacyr Barbosa war geschlagen. Der Mythos vom “Maracanazo” war geschaffen (viele Brasilianer begannen Selbstmord). Der “Fluch des Barbosa” wurde auf der ganzen Welt berühmt. Der Brasilianer Ademir wurde mit 6 Treffern Top-Torschütze.

1954 – Schweiz: Westdeutschland
Bei der fünften Weltmeisterschaft in der Schweiz nahmen alle besten Teams der Welt teil. Die FIFA entschied sich für das kleine alpine Land nach ihrem Kongress in Rio de Janeiro in 1950. Es gab eine große Diskussion über die 6 Austragungsorte, da die Stadien als zu klein für eine Weltmeisterschaft angesehen wurden. Die Ungarn, ungeschlagen seit Mai 1950, waren der Titelfavorit. Das Format hatte sich wieder einmal geändert: 16 Mannschaften (14 durch Qualifikation, Titelverteidiger und Gastgeber), 4 Gruppen á 4 Mannschaften, anschließend K.-o.-Runde im Viertelfinale, Halbfinale und Finale (und Entscheidungsspiel um Platz 3). Seltsamerweise gab es in den Gruppen kein Round-Robin-System (jeder gegen jeden) – Die Mannschaften spielten nur 2 Spiele und falls es danach einen Gleichstand gab, dann wurde ein Entscheidungsspiel gespielt. Das Turnier hatte auch einige Neulinge zu bieten, mit Südkorea, der Türkei und Westdeutschland (Deutschland war geteilt und Ostdeutschland konnte sich nicht qualifizieren).

Die größte Überraschung gab es in der Gruppe 4, in der die Schweiz Italien in einem Entscheidungsspiel in Basel mit 4:1 vorzeitig aus dem Turnier warf. Westdeutschland gewann gegen die Türkei in einem Entscheidungsspiel und ihnen gelang mit Brasilien, Jugoslawien, Ungarn, Uruguay, Österreich und England das Weiterkommen. Es gab eine Menge Tore in den Viertelfinalspielen, vor allem im „Alpenderby“, in dem Österreich die Schweiz in Lausanne mit 7:5 besiegte. Der Titelverteidiger aus Uruguay schlug die Engländer mit 4:2, das gleiche Resultat, mit dem die Ungarn die „Verde-Oro“ aus Brasilien besiegten. Westdeutschland schlug Jugoslawien mit 2:0. Danach schlugen sie die Österreicher ganz einfach mit 6:1, dank der Spieler Morlock und Fritz Walter, während Ungarn sich gegen Uruguay schwer tat: nur durch zwei Tore von Kocsis wurde die Partie entschieden.

Die Vorhersage trat ein – Ungarn stand mit Westdeutschland im Finale. Österreich gewann die Bronzemedaille. Ungarn führte in Bern zur Halbzeit mit 2:0, doch Westdeutschland stürmte nach der Pause zurück und Morlock und Rahn (2 Treffer) trafen. Es soll Gerüchte gegeben haben, dass die deutsche Mannschaft gedopt gewesen sein sollte, doch es konnte niemals nachgewiesen werden. Der Ungar Kocsis wurde mit 11 Treffern Top-Torschütze, doch es war kein Trost für ihn, Puskas, Hidegkuti noch für all die anderen großartigen Spieler der “Aranycsapat”.

1958 – Schweden: Brasilien
Bei demselben Meeting 1950 in Rio de Janeiro, entschied die FIFA sich bereits für den Gastgeber der Weltmeisterschaft 1958: Schweden. Es gab 12 Austragungsorte von denen lediglich zwei Stadien eine Kapazität größer als 50.000 hatten. Es spielten 48 Mannschaften in der Qualifikation, bei der Nordirland zur Überraschung aller Italien rauswarf, gleiches sollte Uruguay passieren. Die Neulinge bei diesem Turnier waren neben Nordirland, Wales und Schottland (alle britischen Mannschaften qualifizierten sich für die Finalrunde) auch die UdSSR und Paraguay. Die UdSSR gehörte zu den Favoriten der Medien, doch sie verloren einen ihrer Stars (Streltsov) nur wenige Monate vor der WM, der verhaftet und in ein Gulag nach Sibirien verschleppt wurde). England befand sich mit Brasilien und der UdSSR in der Todesgruppe und sie verloren das Entscheidungsspiel gegen die Sowjets. Nur Wales und Nordirland schafften es von den britischen Teams in die nächste Runde. Deutschland, Tschechoslowakei, Frankreich, Jugoslawien, Brasilien und Schweden qualifizierten sich ebenso für das Viertelfinale. Brasilien hatte einen unbekannten 18-Jährigen in ihrem Teams der Stars, dessen Name Pelé war. Er erzielte den entscheidenden Treffer zum 1:0 gegen Wales und Brasilien erreichte zum zweiten Mal das Halbfinale. Schweden besiegte die UdSSR, Westdeutschland gewann gegen Jugoslawien und Frankreich warf Irland mit 4:0 aus dem Turnier. Didi, Vavà und Pelé bescherten Brasilien mit ihren Treffern den Sieg über Frankreich, während Schweden Westdeutschland mit 3:1 im anderen Halbfinale besiegte. Frankreich gewann den dritten Platz mit einem 6:3 über die Deutschen (der Stürmer Just Fontaine war mit 13 Treffern der Top-Torschütze des Turniers, und er hält damit bis heute noch den Rekord). Brasilien gewann den ersten Weltmeistertitel, indem sie den Gastgeber mit 5:2 besiegten. Gilmar, Dialma Santos, Nilton Santos, Garrincha, Didì, Vavà und Pelé: eines der besten Teams in der Geschichte gewann die Weltmeisterschaft.

1962 – Chile: Brasilien
1962 kam die Weltmeisterschaft zurück nach Amerika, doch Chile (4 Austragungsorte) als Gastgeber zu wählen, traf bei vielen auf Unverständnis, da Chile keine Spitzenfußballnation war und das Land in mitten einer wirtschaftlichen Krise steckte und voll von politischen Unruhen war. Das Format blieb unverändert, nur diesmal gab es bei Punktegleichstand kein Entscheidungsspiel, sondern die Tordifferenz war entscheidend. Nach der Gruppenphase hatten sich sechs europäische Mannschaften (UdSSR, Jugoslawien, Westdeutschland, England, Tschechoslowakei und Ungarn) und 2 amerikanische Mannschaften (Brasilien und Chile) für das Viertelfinale qualifiziert. Italien schied nach einem viel diskutierten Spiel gegen Chile aus, bei dem zwei Italiener vom Platz gestellt wurden, einer von ihnen mit einer gebrochenen Nase. Weitere aufregende Dinge, die bei den anderen Spielen passierten waren u.a. Pelés Verletzung gegen die Tschechoslowakei und eine Prügelei im Spiel UdSSR gegen Jugoslawien.

Chile besiegte die UdSSR im Viertelfinale und Garrincha verhalf Brasilien gegen England zum Sieg. Pelé wurde durch den jungen Amarildo ersetzt, doch es war Mané, der die Seleção anführte. Jugoslawien und die Tschechoslowakei mit ihrem Star Masopust qualifizierten sich für das Halbfinale. Brasilien hatte es einfach gegen die Chilenen und gewann, doch Garrincha wurde, nach einem Tritt gegen den Verteidiger Rojas, mit der roten Karte vom Platz gestellt und wurde für das Finale gegen die Tschechoslowakei (die Jugoslawien aus dem Turnier warfen) gesperrt. Doch für viele unfassbar, mischte sich Brasiliens Premierminister ein und verlangte die Sperre aufzuheben, da Garrincha ein sauberer Spieler war und er nicht wolle, dass “Stalins Neffen” den Titel gewinnen würden! Perus Präsident ließ sogar beim Schiedsrichter (ebenfalls aus Peru) bitten, in dessen Bericht einen Verwechslungsfehler zuzugeben! Garrincha jedenfalls durfte im Finale für Brasilien spielen und die Brasilianer gewannen den Titel zum zweiten Mal in Folge mit einem 3:1 gegen die Tschechoslowakei.

1966: in England, England
Der Fußball war 1966 letztendlich doch “nach Hause gekehrt”, als England als Austragungsort der Weltmeisterschaft ausgewählt wurde. Die Spiele sollten an 8 verschiedenen Orten, einschließlich des Wembley Stadions, ausgetragen werden. Die Qualifikation bestritten 70 Mannschaften, wovon sich schließlich 10 Mannschaften aus Europa, 4 aus Südamerika sowie Mexiko und Nordkorea, die Neulinge aus Asien, durchsetzten.

Nordkorea sorgte für die größte Überraschung, als sie in der ersten Runde Italien, durch ein Tor des Sportlehrers Pak-Doo-Ik, aus dem Turnier warfen. Die Italiener wurden in ihrer Heimat von einer wütenden Menge empfangen, die die Spieler mit Gemüse bewarfen. Die UdSSR gewann die Gruppe 4 und Brasilien wurde von Portugal nach Hause geschickt. Des Weiteren qualifizierten sich Ungarn, England, Uruguay, Westdeutschland und Argentinien für die nächste Runde.

Nordkorea war kurz vor einer weiteren Sensation, als sie im Viertelfinale gegen Portugal überraschend mit 3:0 führten. Doch Eusebio traf gleich viermal und Portugal konnte mit 5:3 gewinnen. England schlug Argentinien und Westdeutschland gewann ohne Probleme (4:0) gegen Uruguay und auch die UdSSR qualifizierten sich für das Halbfinale.

Bobby Charlton verhalf England in Wembley zu einem 2:1 Sieg gegen Portugal und Deutschland schlug die UdSSR mit dem selben Ergebnis. Was dann im Finale in Wembley geschah, weiß jeder: Westdeutschland schaffte es, das Spiel kurz vor Ende zum 2:2 auszugleichen, in der Verlängerung schoss Geoff Hurst auf das Tor und der Ball mag oder mag nicht die Torlinie überquert haben. Der Schweizer Schiedsrichter Dienst war sich nicht sicher und er fragte bei dem russischen Linienrichter nach, der auf Tor entschied. Das Finale endete 4:2, in dem Hurst ein Hattrick gelang. Dem Kapitän Bobby Moore wurde der Pokal durch Königin Elizabeth überreicht und endlich waren die Engländer nicht nur die Erfinder des Fußballs, sondern auch Weltmeister. Top-Torschütze des Turniers wurde selbstverständlich der aus Mosambik stammende portugiesische Stürmer Eusebio.

1970 – Mexiko: Brasilien
Mexiko wurde beim FIFA-Kongress in Tokio 1964 als Austragungsort der WM 1970 ausgewählt. 75 Mannschaften begaben sich in die Qualifikation, aber nur 70 spielten. Mexiko und England waren als Gastgeber und Titelverteidiger gesetzt und unter den anderen 14 qualifizierten Mannschaften sollten viele Kontinente und Regionen vertreten sein, darunter El Salvador, Israel und Marokko.

In der Gruppe 1 setzten sich Mexiko und die UdSSR durch, Italien und Uruguay aus der Gruppe 2, in der die Italiener auf Platz 1 abschlossen, obwohl sie nur 1 Tor erzielt hatten (und keinen Gegentreffer hatten). Brasilien besiegte England, doch beide konnten sich für das Viertelfinale qualifizieren. Deutschland und Peru – zum allerersten Mal – konnten sich ebenfalls durchsetzen.

Der Traum der Gastgeber endete in der 64. Minute im Viertelfinale in Toluca, als den Italienern die 2:1 Führung gelang, dem ein Tor von Gonzales und der Ausgleich der Italiener (Eigentor durch Pena) vorausging. Westdeutschland gelang die Revanche für das Finale 1966 und sie besiegten England mit 3:2 nach Verlängerung. Brasilien und Uruguay setzen sich auch durch und die Brasilianer besiegten erneut das Team aus Uruguay im südamerikanischen Halbfinale.

Das europäische Halbfinale zwischen Italien und Westdeutschland wurde eines der spannendsten Spiele in der Geschichte des Fußballs, besonders die Verlängerung. Italien ging in Führung, doch dem deutschen Verteidiger Schnellinger gelang der Ausgleich in allerletzter Minute. Dann sollten aufregende 30 Minuten folgen, in dem die Teams 5 Mal trafen: Deutschland ging durch Müller in Führung, doch Burgnich und Riva konnten Italien mit 3:2 erneut in Führung bringen. Müller gelang der Ausgleichstreffer, aber am Ende gelang Riva das entscheidende Tor zum 4:3 Endstand.

Natürlich waren die Italiener nach solch einem Spiel müde, doch sie verloren das Finale eher aufgrund der Tatsache, dass die brasilianische Seleçao von 1970 das stärkste Team in der Geschichte des Fußballs war. Carlos Alberto, Clodoaldo und vor allem das stürmende “Quintett” mit Jairzinho, Gérson, Tostào, Pelè und Rivelinho, waren äußerst talentierte Spieler, die sehr sorgfältig vom ehemaligen Trainer Saldanha ausgewählt wurden (er konnte aufgrund seiner kommunistischen Ansichten nicht nach Mexiko einreisen, daher übernahm Mario Zagallo die Verantwortung bei dieser WM). Müller wurde mit 10 Treffern Top-Torschütze des Turniers. Wann immer es einer Mannschaft gelingt, den Titel dreimal zu gewinnen, dann bleibt die Trophäe in deren Besitz und somit blieb nach dieser Weltmeisterschaft die “Jules Rimet Trophäe” für immer in Brasilien. Diese wurde durch den “FIFA Pokal” ersetzt.

1974 - Westdeutschland: Westdeutschland
Nach Mexiko kehrte die Weltmeisterschaft zurück nach Europa. Die FIFA entschied 1966 in London, Westdeutschland den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 1974, mit 9 Austragungsstätten, zu erteilen. Insgesamt 99 Mannschaften gingen in die Qualifikation, eine Rekordzahl zu dieser Zeit, wovon aber nur 92 Mannschaften auch spielten. Westdeutschland und Brasilien waren automatisch qualifiziert. Acht weitere europäische Mannschaften, 3 aus Südamerika, Haiti für die CONCACAF, Zaire (heute die Demokratische Republik Kongo) und Australien füllten die restlichen Plätze. England konnte sich, nachdem sie 8 Jahre zuvor Weltmeister wurden, nicht qualifizieren. Das Format wurde ebenso geändert: nach der Gruppenphase gab es zwei Halbfinalgruppen. Die Gewinner dieser Gruppen spielten im Finale und die jeweils Zweitplatzierten spielten um Platz drei.

Das Gesprächsthema bei der Auslosung der Gruppen war, dass Westdeutschland und Ostdeutschland in einer Gruppe antreten mussten. Das Spiel, das auch als “Bruderduell” bezeichnet wurde, wurde in Hamburg ausgetragen und Ostdeutschland gewann mit 1:0 durch das Tor von Sparwasser. Beide Mannschaften konnten sich aber für die nächste Runde qualifizieren. Chile und Australien qualifizierten sich aus Gruppe A und in der Gruppe B musste Schottland vorzeitig aus dem Turnier ausscheiden, obwohl sie kein einziges Spiel verloren hatten, da Jugoslawien Zaire mit 9:0 schlug. Brasilien qualifizierte sich, zusammen mit Jugoslawien für die nächste Runde. In der Gruppe C gelang es Schweden, neben den Niederländern, die mit ihrem “totalen Fußball“ ihre drei Spiele gewinnen konnten, sich zu qualifizieren. Polen und Argentinien gewannen die Gruppe 4, während Italien, genau wie die Schotten, aufgrund der Tordifferenz ausschied.

Die Holländer schlossen die Gruppe A der Halbfinalphase als Sieger ab, nachdem sie Argentinien (4:0), Ostdeutschland (befriedigt durch den Sieg im Bruderduell und den Titelverteidiger Brasilien (beide mit 2:0) schlugen. Die Oranje konnte 6 Siege aus 6 Spielen verbuchen und erzielte 14 Tore mit nur einem Gegentreffer. Die Holländer zogen mit komfortablen Vorsprung in das Münchner Finale ein und Brasilien musste um Platz drei spielen. Westdeutschland gewann die Gruppe B (3 Spiele, 3 Siege) und Polen, als Zweitplatzierter, schlug anschließend Brasilien 1:0 und wurden Dritter des Turniers. Am 7. Juli 1974 in München waren die deutschen Fans beunruhigt, als Johan Neeskens einen Elfmeter in der ersten Minute verwandelte, doch der Ausgleich, ebenfalls durch einen Elfmeter, von Paul Breitner (der “Marxist” der Mannschaft) lies sie wieder aufatmen. Nach 44 Minuten dann erzielte Müller den Führungstreffer für Westdeutschland und bescherte den Westdeutschen somit den dritten Titel, und sie zogen somit mit Italien und Uruguay gleich.

1978 – Argentinien: Argentinien
Obwohl man sich 1966 in London für den Gastgeber (Argentinien) entschied, so bestanden doch Zweifel über den Austragungsort, da das Militär in der Zeit zwischen 1966 und 1978 einen Putsch zugunsten einer Diktator ausübte. Dennoch hielt man an den Plänen fest und das Format der WM entsprach dem der WM 1974 in Deutschland. Die Ausgabe von 1978 konnte mit dem Iran und mit Tunesien zwei neue Mannschaften begrüßen. Der Pokal kehrte nach 16 Jahren endlich wieder in die südliche Hemisphäre zurück. Als das Ereignis begann, war es fast Winter und die Spiele wurden an 6 Austragungsstätten in 5 verschieden Städten ausgetragen. England kam wieder einmal nicht über die Qualifikation hinaus, da Italien die bessere Tordifferenz vorzuweisen hatte. Italien schloss Gruppe 1 auf Platz eins ab, obwohl sie bei ihrem ersten Spiel dieser Weltmeisterschaft bereits in der ersten Minute einen Elfmetertreffer hinnehmen mussten. Auch der Gastgeber Argentinien überstand die Vorrunde, trotz einer Niederlage gegen Italien. In der Gruppe 2 konnten sich Westdeutschland und Polen durchsetzen, doch auch Tunesien spielte nicht schlecht und konnte sogar ein Unentschieden gegen Deutschland erreichen. Österreich war die Überraschungsmannschaft aus Gruppe 3: sie schlugen Spanien und Schweden, verloren jedoch ihr drittes Spiel, was Brasilien verhalf, die nächste Runde zu erreichen. In der Gruppe 4 qualifizierten sich die Niederlande, anstelle von Schottland, hinter Peru, dank ihres besseren Torverhältnisses.

Die Halbfinalgruppen waren sehr ausgeglichen: die Niederlande gewannen die Gruppe A mit 5 Punkten, nachdem man Italien mit 2:1 besiegte, obwohl die Italiener durch ein Eigentor in Führung gehen konnten. Italien sollte um Platz drei spielen. In der Gruppe B gewannen Brasilien und Argentinien jeweils ihr erstes Spiel, doch in ihrem Spiel gegeneinander trennte man sich 0:0 Unentschieden. In ihrem dritten Spiel besiegte Brasilien Polen mit 3:1, während Argentinien in Rosario im Gegenzug Peru mindestens mit 4:0 schlagen musste, um in das Finale einziehen zu können. Argentinien gewann mit 6:0, in einem Spiel, das heute noch als “Marmelada Peruana” bekannt ist. Der peruanische Torhüter Ramon Quiroga, war Argentinier, der in Peru eingebürgert wurde. Er wurde in Rosario geboren und viele Jahre später gab er zu, dass er Argentinien so viele Tore hätte erzielen lassen, wie sie gebraucht hätten, um in das Finale einziehen zu können, da Peru keine Möglichkeit mehr hatte, sich zu qualifizieren. So kam es, dass Brasilien sich unglücklicherweise im Spiel um Platz drei wieder fand. Im Finale stand es zwischen Argentinien und Holland nach 90 Minuten 1:1 Unentschieden, wobei die Holländer in den letzten Minuten noch einmal den Pfosten trafen. In der Verlängerung erzielten dann Kempes und Bertoni die Siegtreffer und Argentinien gewann erstmals den Weltmeistertitel. Nach der WM 1934 in Italien gelang es einer weiteren Diktatur, die Weltmeisterschaft als politische Propaganda zu nutzen. Holland verlor, wie schon vier Jahre zuvor, ein WM-Finale gegen den Gastgeber. Argentiniens Kempes wurde mit 6 Treffern Torschützenkönig dieser WM.

1982 – Spanien: Italien
Die Weltmeisterschaft in Spanien war die Gelegenheit für das Land sich, nach Bildung der Demokratie im Jahr 1975, auf der Weltbühne zu präsentieren. Das erste Mal in der Geschichte bestritten mehr als 100 Mannschaften die Qualifikation und auch das Format hatte sich wieder geändert: 24 Mannschaften anstatt 16, 6 Gruppen (mit jeweils 4 Mannschaften) anstatt 4, gefolgt von 4 Gruppen á 3 Mannschaften, dann die Halbfinale und das Finale. Diese Format sorgte dafür, dass mehr Teams der anderen Kontinente an diesem Ereignis teilnahmen – Es gab Neulinge wie Honduras, Algerien, Kamerun, Kuwait und Neuseeland.

Den wohl interessantesten Beitrag während der Gruppenphase lieferte die gute Leistung Algeriens, die Deutschland besiegen konnten und nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Einzug in die nächste Runde verpassten (es gab Vorwürfe, dass Österreich und Deutschland sich abgesprochen haben sollen). Des Weiteren gab es einen Vorfall, bei dem der kuwaitische Fußballpräsident auf das Spielfeld gestürmt kam, und den Schiedsrichter bei seiner Entscheidung beeinflusste ein Tor nicht zu geben, da die Spieler aufgehört hatten zu spielen, weil sie der Meinung waren, einen Pfiff gehört zu haben. Italien überstand die Vorrunde als Zweiter mit drei Unentschieden und viele Journalisten heizten die Gerüchteküche an, indem sie behaupteten, dass ein weiteres Spiel manipuliert wurde – diesmal sollte Kamerun beteiligt gewesen sein. Alle wichtigen Mannschaften qualifizierten sich in der zweiten Runde. In der Gruppe A gewann Polen gegen Belgien mit 3:0 und spielten Unentschieden gegen die UdSSR, was reichte, um aufgrund der Tordifferenz in das Halbfinale einzuziehen. In der Gruppe B trennten sich England und Spanien Unentschieden und gaben somit Westdeutschland die Möglichkeit, ihren dritten Titel zu gewinnen. In der Gruppe C waren die Italiener nicht gerade die Favoriten im Vergleich mit den Giganten aus Brasilien und Argentinien, doch die besiegten beide. Der 3:2 Sieg der Italiener gegen Brasilien ist eines der legendärsten Spiele der Fußballgeschichte – Italien ging dreimal durch die Tore von Paolo Rossi in Führung. Das war eine Überraschung, da die Italiener eine sehr schwache Leistung in der ersten Runde boten. Frankreich gewann ohne Mühe die Gruppe D gegen Nordirland und Österreich.

Die Halbfinale sollten anders ausgehen. Italien gewann ohne Mühe mit 2:0 gegen Polen (ohne deren Star Boniek), während Westdeutschland die Tore von Rummenigge und Fischer benötigten, um in das Spiel gegen Frankreich zurück zu finden, um dann schließlich das Elfmeterschiessen zu gewinnen. Polen gewann das Spiel um Platz drei mit 3:2 gegen Frankreich und Italien gewann den Weltmeistertitel zum dritten Mal. Cabrini verschoss in der ersten Halbzeit einen Elfmeter in der ersten Halbzeit, die 0:0 endete. Rossi, Tardelli und Altobelli allerdings sicherten den Sieg der Italiener und der Ehrentreffern durch Paul Breitner kam zu spät. Paolo Rossi wurde Torschützenkönig, obwohl er in den ersten vier Spielen nicht getroffen hatte. Er erzielte 6 Tore in den letzten drei Spielen.

1986 – Mexiko: Argentinien
Das Turnier 1986 sollte ursprünglich in Kolumbien stattfinden, doch das Land musste 1982 als Gastgeber zurücktreten, da es organisatorische Probleme hatte und den FIFA Richtlinien nicht entsprechen konnten. Ein FIFA Kongress in Stockholm entschied dann, die Weltmeisterschaft nach Mexiko zu verlegen, nur 16 Jahre nach Austragung ihrer ersten WM. Es befanden sich neun neue Mannschaften in der Qualifikation und insgesamt nahmen 113 Mannschaften teil. Die Anzahl der Mannschaften im Turnier blieb bestehen (24), doch das Format wurde erneut geändert. Nach der ersten Gruppenphase qualifizierten sich 16 Mannschaften (Sieger, Zweiter und die 4 besten Drittplatzierten) für die K.-o.-Runde der besten 16, gefolgt von den Viertelfinalspielen, den Halbfinalspielen und dem Finale. Irak und Kanada waren die Neulinge bei diesem Turnier, doch beide verloren alle ihre Spiele.

In der Gruppenphase gab es keine Überraschungen. Alle großen Mannschaften kamen unter die letzten 16. Der afrikanische Fußball begann, sich zu entwickeln und Marokko gewann die Gruppe F, trotz großer Gegner wie England, Polen und Portugal. Die Nordafrikaner konnten gegen Westdeutschland eine weitere große Leistung zu Tage legen, unterlagen aber durch ein Tor von Lothar Matthäus in der 88. Minute. Mexiko, Belgien (nach Verlängerung gegen die UdSSR), Brasilien, Argentinien, Frankreich, England und Spanien qualifizierten sich alle für die Viertelfinalspiele.

Drei dieser vier Spiele in dieser dritten Runde endeten im Elfmeterschiessen. Und es gab auch Strittiges, als die Welt Zeuge vom besten und schlechtesten Diego Maradona wurde. In Spiel Argentinien gegen England, erzielte Maradona sein berühmtes Handtor, was der tunesische Schiedsrichter Benachour übersah und den Treffer anerkannte. Maradona nannte es “El Mano de Dios” (die Hand Gottes) und goss somit nur noch mehr Öl in das Feuer, das bereits lichterloh loderte, als Folge des Falkland-Krieges. Im gleichen Spiel erzielte Maradona ein weiteres Tor, doch diesmal zeugte es von purer Brillanz und viele halten es noch heute für das schönste Tor dieser Weltmeisterschaft, wenn nicht für das beste Tor aller Zeiten, als er die gesamte englische Verteidigung schwindelig spielte, um dann den Torwart Peter Shilton ganz gelassen zu umspielen und den Ball ins Tor zu schieben. Lineker konnte noch einmal England heranbringen, doch es war zu spät. Belgien und Deutschland warfen Spanien und Mexiko aus dem Turnier und rundeten das Halbfinale ab.

Wieder einmal trafen Frankreich und Deutschland im Halbfinale aufeinander, doch Frankreich blieb die Revanche verwehrt und Deutschland gewann mit 2:0, während Maradona Argentinien zum 2:0 Erfolg gegen Belgien verhalf. Frankreich konnte sich beim Spiel in Mexiko City mit Platz drei trösten, während Argentinien und Westdeutschland sich ein fantastisches Finale lieferten. Argentinien ging mit 2:0 in Führung bevor es Deutschland durch Rummenigge und Völler gelang, das Spiel auszugleichen. In der 81. Minute jedoch, als es bereits nach Verlängerung aussah, leitete Maradona mit einem genialen Pass auf Jorge Burruchaga einen Konter ein, den dieser mit einem Tor abschloss und Argentinien zum zweiten Mal zum Weltmeister machte. Die Deutschen waren geschockt und nicht mehr in der Lage, das Spiel zu drehen. Englands Gary Lineker wurde mit 6 Treffern Torschützenkönig.

1990 – Italien: Westdeutschland
Nach Mexiko konnte Italien somit ebenfalls zum zweiten Mal Gastgeber der Weltmeisterschaft werden. 105 Mannschaften nahmen an der Qualifikation teil und Mexiko wurde disqualifiziert, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie einen zu alten Spieler bei einem vorangegangenen Jugendturnier eingesetzt hatten. Zwölf Spielstätten wurden für die 24 Mannschaften ausgesucht und das Format entsprach dem des vorherigen Turniers in Mexiko. Unter den 24 Teams gab es die Neulinge aus Costa Rica, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Irland.

Es passierte nichts umwerfendes in der Vorrunde, außer das Argentinien nur Dritter in seiner Gruppe wurde und somit gegen Brasilien in der Runde der letzten 16 antreten musste. Ein Tor von Claudio Caniggia, nach einem Konter, sollte jedoch den benötigten Sieg bringen. Kamerun besiegte Kolumbien (der extravagante kolumbianische Torhüter Higuita verschuldete ein Tor, nachdem er erfolglos versuchte, den Kameruner Roger Milla zu umspielen) und Italien schlug Uruguay. England, Westdeutschland (schlugen die Niederlande), Irland, Jugoslawien und die Tschechoslowakei zogen ebenso in die nächste Runde ein. Kamerun und Jugoslawien, die beiden Überraschungsteams des Turniers, verloren jeweils knapp ihre Spiele. Kamerun wurde von England in der Verlängerung besiegt, doch sie hatten die Herzen der Fans mit ihrem ausgelassenen Stil erobern können und sie wurden unter tosendem, anerkennenden Beifall von den Tribünen verabschiedet. Die Jugoslawen mussten sich Argentinien nach dem Elfmeterschiessen geschlagen geben. Knappe 1:0 Erfolge folgten für Italien (über Irland) und Westdeutschland (über die Tschechoslowakei).

Neapel war die Bühne für das Halbfinalspiel Italien gegen Argentinien. Es war eine elektrisierende Atmosphäre an einem Ort, an dem Maradona ein großes Idol war (der Star von Napoli). Die Italiener gingen durch Schillaci in Führung (der italienische Held der “Magischen Nächte” zusammen mit Baggio) doch nach einem Patzer von Walter Zenga konnte Caniggia ausgleichen. Es sollte nichts weiter passieren und das Spiel musste im Elfmeterschiessen entschieden werden. Hier wurde Sergio Goycoechea zum Mann des Spiels und Argentinien zog in das Finale ein. Hier sollten sie auf Deutschland treffen, die England mit demselben Resultat besiegt hatten (1:1 n.V. und dann 5:4 nach Elfmeterschiessen), nach dem Chris Waddle den entscheidenden Elfmeter vergab. Italien gewann das Spiel um Platz drei und das Finale in Rom begann beschämend: die italienischen Fans buhten während die argentinische Nationalhymne gespielt wurde und auch das Spiel selbst war nicht gut. Andy Brehme erzielte per Elfmeter (ein Foul, das nicht sehr eindeutig war) das einzige Tor des Spiels und verhalf Deutschland somit zum dritten Weltmeistertitel. Maradona weinte und Argentinien verlor. Salvatore “Totò” Schillaci wurde mit 6 Treffern Torschützenkönig.

1994: USA, Brasilien
Das erste Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaft wurde ein Turnier außerhalb Europas und Lateinamerika ausgetragen. Es war ein Versuch, die Menschen in den Vereinigten Staaten für den Fußball (den Sport, den sie "Soccer" nennen) zu begeistern. Dafür wurden 10 unterschiedliche Austragungsstätten ausgesucht. Das Finale sollte in der Rose Bowl in Pasadena ausgetragen werden. 133 Mannschaften spielten in der Qualifiaktion und zum ersten Mal nahm Jugoslawien nicht daran teil, aufgrund der UN Sanktionen und des Bürgerkrieges. Russland ersetzte die UdSSR und Griechenland, Nigeria und Saudi Arabien schafften zum ersten Mal den Einzug in die Endrunde, während die Giganten Frankreich, England sowie der Europameister von 1992 Dänemark die Qualifikation verpassten. Zudem gab es einige wichtige neue Fußballregeln, die bei diesem Turnier in Kraft traten: Torhüter durften den Ball nicht mehr aufnehmen, wenn ein Rückpass gespielt wurde und Siege wurden nun mit 3 Punkten belohnt. Das Format des Turniers blieb unverändert.

Nach ihrem starken Auftreten beim vorherigen Turnier war Kamerun die große Enttäuschung: Die unzähmbaren Löwen konnten nur einen Punkt gewinnen. Die große Überraschung gelang Saudi Arabien. Sie besiegten Belgien und zogen somit in die Runde der letzten 16 ein. Italien und Argentinien dagegen geizten mit guter Leistung und sie konnten sich gerade so als beste Drittplatzierte für die nächste Runde qualifizieren.

Nigeria konnte sich ebenso für die zweite Runde qualifizieren und musste hier gegen Italien antreten. Nigeria führte bis zur 89. Minute, als Roberto Baggio der Ausgleich gelang, um dann später in der Verlängerung einen Elfmeter zum 2:1 zu verwandeln und seinem Team den Sieg bescherte. Saudi Arabien wurde von Schweden aus dem Turnier geworfen und Argentinien (nachdem Maradona des Dopings überführt wurde und gesperrt wurde) verlor gegen Rumänien. Deutschland, die Niederlande, Brasilien, Bulgarien und Spanien erreichten alle die Viertelfinale. In Boston kam es zu einem sehr interessanten Spiel zwischen Italien und Spanien, das die Italiener 2:1 für sich entscheiden konnten, doch das Spiel gab anschließend Grund zur Diskussion, da der Unparteiische ein Ellbogenstoß von Tassotti an Luis Enrique übersah. Nachdem man einen Videobeweis zur Hilfe nahm, wurde der italienische Verteidiger im Anschluss für 9 Spiele gesperrt. Brasilien besiegte Holland in einem weiteren aufregenden Spiel mit 3:2. Bulgarien schlug Deutschland und Schweden gewann gegen Rumänien nach Elfmeterschiessen. Die Halbfinale wurden zwischen Italien und Bulgarien sowie Brasilien und Schweden ausgetragen.

Beide Favoriten konnten sich durchsetzen, allerdings in jeweils engen Spielen – Italien mit 2:1 und Brasilien mit 1:0. Im Endspiel dann wurde die Weltmeisterschaft zum ersten Mal im Elfmeterschiessen entschieden. Beiden Mannschaften gelang in 120 Minuten kein Treffer und das Spiel selbst war von schlechter Qualität, was vielleicht an der extremen Mittagshitze des 17. Juni gelegen hat. Baresi, Massaro und Roberto Baggio vergaben alle ihren Elfmeter, während nur Marcio Santos von Brasilien nicht traf. Brasilien gewann mit 3:2 nach Elfmeterschiessen und konnte somit zum vierten Mal die Trophäe gen Himmel strecken. Schweden wurde Dritter des Turniers und die bulgarische Legende Stoichkov und der Russe Salenko wurden gemeinsam mit jeweils 6 Treffern Torschützenkönige.

1998 – Frankreich: Frankreich
Für die Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich entschied man sich für ein neues Format. Mit der umwerfenden Zahl von 174 Mannschaften, die in der Qualifikation antraten, wurde die Endrunde nun auf 32 Mannschaften ausgeweitet. Die Gruppenphase bestand nun aus 8 Gruppen mit jeweils 4 Teams, in denen der Gewinner und der Zweite jeder Gruppe in die K.-o.-Runde der letzten 16 einzog. Anschließend folgten die Viertelfinale, die Halbfinale und das Finale (wie bisher). Die Spiele wurden an 10 Austragungsstätten in 9 verschiedenen Städten ausgetragen. Kroatien, Südafrika, Jamaika und Japan nahmen zum ersten Mal an einer WM-Endrunde teil. Der Gastgeber Frankreich war, nach zwei misslungenen Qualifikationen 1990 und 1994, endlich wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei. Sie waren zusammen mit Brasilien und dem Europameister von 1996 Deutschland (seit 1994 wiedervereinigt) die Favoriten. Das Turnier sollte ebenfalls mit einer neuen wichtigen Regeländerung aufwarten: Tacklings von hinten wurden nun direkt mit einer roten Karte bestraft.

Die einzige Überraschung der Gruppenphase war, dass die ständig unter Form spielenden Spanier in Gruppe D vorzeitig aus dem Turnier ausschieden, hier qualifizierten sich Nigeria und Paraguay. In der Runde der letzten 16 gewann Brasilien locker gegen Chile (4:1) und den Dänen gelang dasselbe mit Nigeria. Frankreich warf Paraguay mit 1:0 nach Verlängerung aus dem Turnier. Argentinien und England spielten 1:1 Unentschieden in einem aufregenden Spiel, bei dem David Beckham mit Rot vom Platz gestellt wurde. Im anschließenden Elfmeterschiessen setzte sich Argentinien dann durch. Italien, Kroatien, Deutschland und die Niederlande errreichten die nächste Runde mit jeweils knappen Siegen. Wiedermal musste Italien nach Elfmeterschiessen die Koffer packen. Nach torlosen 120 Minuten gegen Frankreich, vergab Luigi Di Biago mit einem Lattenschuss seinen Elfmeter und bescherte dem Gegner den Sieg. Deutschland verlor das zweite Mal in Folge sein Viertelfinalspiel bitter mit 0:3 gegen Kroatien. Die Niederlande schlugen Argentinien und Brasilien warf Dänemark mit 3:2, mit zwei Treffern von Rivaldo, aus dem Turnier.

In Marseille schaffte Brasilien den Einzug in das Finale nach Elfmeterschiessen. Die Holländer Cocu und De Boer vergaben jeweils ihre Elfmeter. In dem anderen Halbfinale ging Kroatien durch den 30-jährigen Stürmer Davor Suker im Saint-Denis Stadion in Führung und Frankreich benötigte zwei Treffer des Verteidigers Lilian Thuram, um in einem begeisternden Comeback das erste Mal in ein Finale einzuziehen.

Das Endspiel fand in Saint-Denis am 12. Juli statt und es gab im Vorfeld Diskussionen über Ronaldos schlechte Verfassung. Es gab sogar unbestätigte Gerüchte, dass der Stürmer in der Nacht zuvor einen epileptischen Anfall gehabt haben sollte. Edmundo sollte anstatt Ronaldo von Beginn an spielen, doch Ronaldo konnte schließlich auflaufen spielte aber unauffällig. Zinedine Zidane, Juventus Spielmacher und Genie, wurde der Held der französischen Nationalmannschaft. Er traf zweimal, bevor Emmanuel Petit, nach herrlichen Zusammenspiel mit seinem Mannschaftskameraden von Arsenal, Patrick Vieira, das sensationelle 3:0 gelang. Die Gesänge "Allez Les Bleus” konnte man noch bis lange in die Nacht auf dem Champs Elyséés hören. Kroatien wurde Dritter und ihr Stürmer Davor Suker wurde mit 5 Treffern Torschützenkönig.

2002 – Japan und Südkorea: Brasilien
Die erste Weltmeisterschaft im dritten Jahrtausend wurde zum ersten Mal in Asien ausgetragen. Das Format blieb unverändert und 199 Mannschaften nahmen an der Qualifikation teil. Es war auch die erste Weltmeisterschaft, die zwei Gastgeber hatte (was zu der Rekordzahl von 20 verschiedenen Spielstätten führte) und bei der das Golden Goal in der Nachspielzeit der K.-o.-Runde eingeführt wurde (die Mannschaft, die das erste Tor in der Nachspielzeit erzielt gewinnt). Frankreich, Japan und Südkorea qualifizierten sich automatisch und China, Ecuador, Senegal sowie Slowenien waren die Neulinge. Ein großer Schock war, dass sich die Niederlande nicht qualifizieren konnten.

De Gruppenphase hatte so einige Überraschungen parat: der Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000 Frankreich wurde letzter in seiner Gruppe, in der Senegal und Dänemark den Einzug in die nächste Runde schafften. Argentinien schied ebenfalls in der Gruppenphase aus: in der so genannten “Todesgruppe” qualifizierten sich Schweden und England. Südkorea und die USA liessen Portugal zurück. Italien schaffte den Einzug in die nächste Runde nur, weil Ecuador Kroatien in ihrem letzten Spiel besiegte. Italien und Mexiko lieferten bei ihrem Unentschieden Grund zur Diskussion: die Mexikaner dominierten die Italiener und mit genügend Zeit in der zweiten Halbzeit schienen beide Mannschaften sich mit dem Unentschieden abzufinden, da es beiden Teams für das Weiterkommen gereicht hätte. Und auch im Spiel Brasilien gegen die Türkei gab es einige Kontroverse, als Rivaldo vortäuschte, einen Schlag ins Gesicht bekommen zu haben, um dafür zu sorgen, dass der Verteidiger Alpay vom Platz gestellt wurde.

Deutschland gewann in letzter Minute mit 1:0 gegen Paraguay aufgrund eines Fouls an den eingewechselten Stürmers Oliver Neuville. England “vernichtete” die Dänen mit 3:0 und Senegal gewann überraschend gegen Schweden, als dem Stürmer Henri Camara das Golden Goal gelang. Irland konnte gegen Spanien in aller letzter Sekunde durch den Leeds Stürmer Robbie Keane ausgleichen, verlor dann aber im Elfmeterschiessen. Die USA gewann mit 2:0 gegen den Lokalrivalen Mexiko und Brasilien schlug Belgien mit demselben Ergebnis. Auch die beiden Gastgeberländer konnten soweit gute Leistung zeigen, doch Japan musste ein frühes Tor durch den Türken Umit Davala hinnehmen und konnte dies nicht mehr aufholen. Südkorea jedoch spielte gegen Italien und der Schiedsrichter Moreno gewährte den Koreanern einen frühen Elfmeter, den Juventus Torhüter Buffon aber parieren konnte. Dann traf Christian Vieri, doch die Koreaner konnten irgendwie noch den Ausgleich in der 89. Minute erzielen. In der Verlängerung wurde Totti mit der Ampelkarte vom Platz gestellt, nachdem er seine zweite gelbe Karte für eine Schwalbe erhielt. In der 117. Minute dann traf Ahn (spielte in der Serie A für Perugia) per Kopf und besiegelte den Sieg der Koreaner entsprechend der Golden Goal Regel. Die Italiener kritisierten die Leistung des Schiedsrichtergespanns und beklagten, dass diese durch die Stimmung der Fans des Gastgebers voreingenommen waren.

Diese Diskussion kam erneut auf, als Südkorea Spanien im Elfmeterschiessen schlug und eine Runde weiter zog. Zwei Tore der Spanier wurden nicht anerkannt aufgrund höchst diskutabler Abseitsentscheidungen. Nachdem Italien, Frankreich und Argentinien bereits ausgeschieden waren, war die aufregendste Partie im Viertelfinale das zwischen England und Brasilien. Owen erzielte die frühe Führung nach einem Fehler von Lucio, doch Brasilien konnte das Spiel durch die Tore von Rivaldo und Ronaldinho noch drehen, wobei Letzterer einen Freistoß aus langer Distanz ganz unverschämt über den englischen Schlussmann David Seaman hinweg ins Tor schlenzte. Deutschlan spielte während dieses Turniers nicht besonders gut, konnte sich aber mit 1:0 gegen die USA durchsetzen. Im “Derby” der Underdogs schlug die Türkei den Senegal mit 1:0 in der Verlängerung, durch ein Tor des extravaganten Spielers Ilhan Mansiz.

Brasilien schlug die Türkei im Halbfinale und auch Deutschland konnte sich gegen Südkorea durchsetzen. Unglücklicherweise erhielt Deutschlands effektivster und wichtigster Spieler Michael Ballack eine gelbe Karte in diesem Spiel und war somit für das Finale gesperrt. Ihres besten Spielers beraubt musste Deutschland sich im Finale mit 3:0 geschlagen geben, wovon der wieder in Form gekommene Ronaldo zwei Tore erzielte. Brasilien konnte zum fünften Mal den Titel gewinnen und Ronaldo wurde mit 8 Treffern Torschützenkönig des Turniers. Die Türken schafften mit Platz drei einen Achtungserfolg.

2006 – Deutschland: Italien
Deutschland war Gastgeber der 18.ten Weltmeisterschaft, deren Spiel in 12 verschiedenen Austragungsstätten in 12 Städten stattfand. In der Qualifikation, die von 198 Mannschaften bestritten wurde, gab es so einige Überraschungen. Aus Afrika, wo sich die Giganten Kamerun und Nigeria nicht qualifizieren konnten, kamen gleich vier Neulinge mit Togo, der Elfenbeinküste, Angola und Ghana. Der Drittplatzierte der WM 2002, die Türkei, schied im Entscheidungsspiel gegen die Schweiz aus und auch die Ukraine konnte sich das erste Mal überhaupt qualifizieren und gab somit dem Superstar vom AC Milan, Andriy Shevchenko, die Gelegenheit, sich auf der Weltbühne zu präsentieren. Trinidad & Tobago gaben ebenso ihr Debüt zusammen mit Australien, die Uruguay im Entscheidungsspiel (OFC gegen der CONMEBOL) besiegten. Dänemark konnte sich ebenfalls nicht qualifizieren.

Nach Beendigung der Gruppenphase waren aller asiatischen Teams ausgeschieden. 10 europäische Mannschaften zusammen mit 3 südamerikanischen sowie Mexiko (CONCACAF), Australien (OFC) und Ghana (CAF) erreichten die Runde der letzten 16. Es gab in dieser Runde der letzten 16 viele enge Spiele, neben Brasiliens einfachen 3:0 Sieg gegen Ghana durch Tore von Ronaldo, Adriano und Zé Roberto. Deutschland besiegte Schweden und der Nachwuchsspieler Lucas Podolski erzielte zwei Tore. Schweden zeigte ein schwaches Spiel und die Deutschen verdienten den Sieg. Im Viertelfinale musste der Gastgeber gegen einen weitaus schwierigeren Gegner antreten, nämlich Argentinien, die Mexiko mit 2:1 in der Verlängerung durch ein unglaubliches Tor von Maxi Rodriguez besiegten. England schlug Paraguay in einer langweiligen Begegnung mit 1:0, in kompletten Gegensatz zum Spiel Portugal gegen die Niederlande. In diesem Spiel wurden 4 rote und 8 gelbe Karten verteilt!

Switzerland were eventually knocked out by the Ukraine on penalties, although they went home without having conceded a single goal, unbeaten in normal time. Meanwhile Australia, Italy needed an extra-time penalty kick to get through – Fabio Grosso dived to win the penalty, which Francesco Totti duly scored. Spain took the lead with a penalty in their game against France, but the French came back strongly to win 3-1. The quarter-finals saw a European dominance – 6 out of the 8 teams were from the host continent, along with Brazil and Argentina.

Deutschland-Argentinien und Frankreich-Brasilien hießen die interessantesten Spiele. Deutschland gewann nach Elfmeterschiessen, dank einer herausragenden Leistung von Jens Lehmann, doch das Spiel wurde leider durch ein Handgemenge nach Spielende überschattet, als ein argentinischer Spieler seinen Frust nicht verbergen konnte und einen deutschen Spieler trat. Unglücklicherweise wurde der deutsche Mittelfeldspieler Torsten Frings im Anschluss nach einem TV Beweis für ein Spiel gesperrt. Frankreich schlug Brasilien mit 1:0, und begrub somit die brasilianischen Hoffnungen auf Revanche für das Finale 1998. Obgleich die Brasilianer als Favoriten galten, gelang es Thierry Henry das entscheidende Tor nach einem Freistoss von Zinedine Zidane zu erzielen. Italien schlug die Ukraine mit 3:0 und Portugal warf England nach einem schlechten Spiel (0:0 nach Verlängerung, 3:1 nach Elfmeterschiessen) aus dem Turnier. Wie schon 1982 trafen 4 europäische Mannschaften im Halbfinale aufeinander, diesmal nur mit Portugal anstelle von Polen.

Das erste Halbfinale fand zwischen Deutschland und Italien statt. Es war ein enges Spiel und alle hatten sich schon für das anstehende Elfmeterschiessen bereit gemacht, als Fabio Grosso einen Eckstoß von Andrea Pirlo herrlich verwandelte. Nur Augenblicke später, als Deutschland alles nach vorne warf, um noch den Ausgleich zu erzielen, konnte Alessandro Del Piero einen Konter zum 2:0 Endstand verwandeln. Frankreich konnte sich gegen Portugal mit 1:0 durchsetzen, um im Finale auf Italien zu treffen, der Neuauflage des Finales der Euro 2000.

Deutschland wurde Dritter mit einem 3:0 Sieg über Portugal. Im Finale in Berlin konnte Frankreich durch einen Elfmeter, den Zinedine Zidane ausführte, in Führung gehen. Es sollte Zizous letztes Spiel sein, bevor er sich von der Weltbühne verabschiedet und ein passender Abgang für einen der weltbesten Fußballspieler, der dieser WM mit einer Reihe von Toren und Vorlagen Glanz verleihen konnte. Und wieder einmal konnte er sein Talent unter Beweis stellen, als er sich entschied, den Elfmeter über Gianluigi Buffon, einer der besten Torhüter der Welt, zu lupfen. Allerdings gelang Materazzi per Kopf der Ausgleich für die Italiener. Luca Toni sollte später noch die Latte treffen und Gianluigi Buffon konnte mit einer unglaublichen Parade ein weiteres Tor von Zidane verhindern. Das Spiel ging in die Verlängerung und keine der Mannschaften war in der Lage, ein Tor zu erzielen und so näherte man sich dem Elfmeterschiessen. Zuvor verlor Zidane allerdings die Nerven, nachdem er von Materazzi provoziert wurde und er daraufhin dem Italiener mit den Kopf vor die Brust stieß, wofür er die rote Karte erhielt: es war ein trauriges Ende seiner Karriere.

Im Elfmeterschiessen waren die Torhüter nur Zuschauer – keiner der beiden kam auch nur in die Nähe eines Balls und alle Spieler führten ihre Elfmeter perfekt aus. Gianluigi Buffon konnte beim Elfmeter von David Trezeguet nur dastehen und staunen, als dieser seinen Elfmeter zu genau ausführte und lediglich den Pfosten traf, von dem aus der Ball ins Aus trudelte. Grosso verwandelte anschließend seinen Elfmeter und bescherte den Italienern den Sieg und den vierten Weltmeistertitel. Im Anschluss gab es viele Diskussionen über den Sieg der Italiener und einige Stimmen behaupteten, dass er nur zu Stande kam, um das schlechte Image der Nation aufzubessern, das aufgrund des Skandals um die manipulierten Spiel in der heimischen Liga vorherrschte. Die Italiener konnten auch die neutralen Zuschauer nicht auf ihre Seite bringen – sie spielten einen ablehnenden Fußball trotz der vielen Stars und auch der Ellenbogenstoß gegen den Kopf eines amerikanischen Spielers von Daniele De Rossi wurde äußerst kritisiert. Außerdem musste Frankreich Spanien, Brasilien und Portugal besiegen, um das Finale zu erreichen und die Italiener spielten gegen Australien (umstrittener Sieg), die Ukraine und Deutschland.

Der deutsche Stürmer Miroslav Klose wurde mit 5 Treffern, die er alle in der Gruppenphase erzielte, Torschützenkönig. Zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft gab es keinen Hattrick.

Trophäe

Der Name des jeweiligen FIFA Weltmeisters und das Jahr des Erfolgs werden am Fuß des Weltmeisterpokals eingraviert. Der Pokal wurde 1971 vom Italiener Silvio Gazzanigi kreiert. Er besteht aus 18-karätigen Gold und Malachit und ist 36.5cm hoch und wiegt 6.2 kg. Die Trophäe zeigt zwei triumphierende Fußballer, die eine Weltkugel in ihren gehobenen Händen halten. Die Siegermannschaft erhält eine identische Kopie (jedoch nur vergoldet) des Pokals. Die Herstellung der Trophäe kostet ca. $50.000, allerdings wird der Wert heute auf über $10 Millionen USD geschätzt.

Mannschaftsauszeichnungen

Ehemalige Gewinner

Jahr Winner Runner-Up Ergebnis Captain Manager Den dritten Platz Gastgeber
1930Uruguay4-2Jose NasazziOdino VieraOdino VieraUnites StatesUruguay
1934Tschechoslowakei2 - 1Giampiero CombiVittorio Pozzo W. Deutschland ItalienItalien
1938 ItalienHungary4 - 2Guiseppe MeazzaVittorio Pozzo Brasilien Frankreich
1950UruguayBrasilien2-1Obdulio VarelaColonel VolpeSchwedenBrasilien
1954W. DeutschlandHungary3-2Fritz WalterSepp HerbergerÖsterreich Schweiz
1958BrasilienSchweden5-2Hilderaldo BelliniVicente FeolaFrankreichSchweden
1962BrasilienCzechoslovakia3 - 1Oliviera Ma1ura Aymore MoreiraChileChile
1966EnglandW. Deutschland4 - 2 Bobby MooreAlf RamseyPortugalEngland
1970BrasilienItalien4-1Carlos AlbertoMario ZagaloWest GermanyMexico
1974W. DeutschlandNiederlande2-1Franz BeckenbauerHelmut SchoenPolenW. Deutschland
1978ArgentinienNiederlande3 - 1Daniel PassarellaCesar Luis MenottiBrazil Argentinien
1982ItalienW. Deutschland3 - 1Dino ZoffEnzo BearzotPolenSpanien
1986ArgentinienW. Deutschland3- 2Diego MaradonaCarlos BilardoFrankreichMexiko
1990W. DeutschlandArgentinien1-0Lothar MatthausFranz BeckenbauerItalien Italien
1994BrasilienItalien3-2 (penalty)DungaCarlos ParreiraSchwedenVereinigte Staaten
1998FrankreichBrasilien3 - 0Didier DeschampsAime JacquetKroatien Frankreich
2002BrasilienDeutschland2 - 0CafuLuiz ScolariTürkei Korea/ Japan

Most Successful Teams

Team Num. of Wins
  Brazil 5
Italy4
Germany3
Argentina 2
Uruguay
  1934 Italien
  1938 Italien
  1950 Uruguay
  1954 Westdeutschland
  1958 Brasilien
  1962 Brasilien
  1966 England
  1970 Brasilien
  1974 Westdeutschland
  1978 Argentinien
  1982 Italien
  1986 Argentinien
  1990 Westdeutschland
  1994 Brasilien
  1998 Frankreich
  2002 Brasilien
  2006 Italien

Erfolgreichste Mannschaft

Mannschaft Anzahl der Titel
  Brasilien 5

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