Juventus Turin
Bianconeri (Die Schwarz- Weißen), La Vecchia Signora (Die alte Dame), La Goeba, La Fidanzata d'Italia (Die Verlobte Italiens), Zebre (Die Zebras), Madama
1897
Turin, Italien
Giovanni Cobolli Gigli
Claudio Ranieri
Fakten & Geschichte
Inhaltsverzeichnis |
Vereinsüberblick
Juventus Turin (offiziell Juventus Football Club S.p.A.) ist in Turin, im Nordwesten Italiens zuhause und ist einer der bekanntesten Fußballvereine weltweit. Mit seiner Gündung 1897 zählt Juventus zu den ältesten noch existierenden Vereinen in Italien, an dritter Stelle hinter Genua und Pro Patria. Die Bianconeri haben die meisten italienischen Titel gewinnen können, 27 in 100 Top-Liga Wettbewerben.
Vereinsgeschichte
Im lateinischen bedeutet Juventus „Jugend“ und einer der Hauptgründe für den Namen war, dass die Gründer des Vereins Studenten einer berühmten Turiner Hochschule, der “Liceo Massimo D'Azeglio”, waren. Der Verein wurde am 1. November 1897 ins Leben gerufen. Die Farben waren rosa und schwarz, und es wurde mit einer Krawatte gespielt. Juventus nahm 1900 an seiner ersten italienischen Meisterschaft teil, schieden aber sofort aus. 1905 jedoch (2 Jahre nachdem man die Farben in schwarz und weiß geändert hatte) gewann Juventus den Titel, nach einer finalen Runde gegen Genua und US Milanese. Ein Jahr später – sie hatten die gleiche Punktzahl wie der AC Mailand – mussten sie ein Entscheidungsspiel in Turin austragen, das mit einem Unentschieden endete. In einem zweiten Entscheidungsspiel, dass auf neutralen Boden stattfinden sollte, was aber dennoch in Mainland ausgetragen werden sollte, allerdings nicht im Stadion des AC Mailands sondern im Bezirk Comasina. Juventus entschied sich, nicht anzutreten und verlor den Titel. Im selben Jahr trat der Vorsitzende Alfred Dick zurück und gründete den FC Turin. Zu diesem Zeitpunkt war Juventus kurz davor für immer von der Oberfläche zu verschwinden, da der Schweizer den Namen in „Jugen Fussverein“ ändern wollte und den Verein sogar in die Schweiz verlegen wollte, doch man konnte ihn glücklicherweise davon abhalten. Juventus beste Platzierung im Jahr 1910 war der zweite Platz und 1913 waren sie sogar letzter in ihrer Gruppe, konnten den Abstieg aber noch verhindern, und wurden einfach der Lombardy Gruppe zugeteilt. Die Jahre um 1910 herum sollten die einzigen Jahre bleiben, in denen Juventus keine Titel gewinnen konnte.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Juventus eine sehr gute Mannschaft. 1923 kaufte Edoardo Agnelli den Verein und bereits 1926 konnte man den zweiten Titel gewinnen, dieses Mal mit der Scudetto (ein dreieickförmiges Tuch mit den Farben der italienischen Flagge) auf den Trikots. Giampiero Combi, der Tohüter, Verteidiger Virginio Rosetta und Federico Munerati waren die Sieger im Team von 1926, das das stärkste Team werden sollte, das Juventus jemals hatte. Die Mannschaft gewann, während der 30-iger Jahre, 5 Titel in Folge, von 1930-31 bis 1934-35, lediglich der Tod des jungen Präsidenten Agnelli, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, sollte die Euphorie trüben. Die Italo-Argentinier Raimundo “Mumo” Orsi und Luis Monti waren zusammen mit Renato Cesarini die Stars der Mannschaft. Auch die Stürmer Felice Borel und Ferrari waren für diesen Erfolg verantwortlich. In der Zwischenzeit wurde für Juventus ein neues Stadion gebaut, das “Mussolini Stadion”, nach dem man zuvor für viele Jahre im “Umberto I Velodrome” sowie in zwei weiteren Stadien, im Corso Sebastopoli und im Corso Marsiglia, die Spiele austrug.
Nach dieser Erfolgsserie konnte Juventus 1938 die Scudetto fast erneut gewinnen, doch sie verloren am letzten Spieltag ihr Heimspiel und wurden nur Zweiter, genau so wie zu der Zeit kurz nach Ende des Krieges, wo sie gleich dreimal Turin den Vortritt lassen mussten. Juventus gewann 2 Mal den italienischen Pokal (Coppa Italia), im Jahr 1938 und im Jahr 1942. 1947 wurde Edoardo Agnellis Sohn, im Alter von 25 Jahren, Präsident des Vereins. 1950 konnte erneut die Scudetto gewonnen werden, nach dem die „Grande Torino“, die Turiner Ära, nach einem Flugzeugabsturz in Superga, bei dem fast die ganze Mannschaft ums Leben kam, zuende ging. Zwischenzeitlich wurde das Stadion in “Comunale” umbenannt. Von 1948 an waren in Italien wieder ausländische Spieler erlaubt. Exotische Stars bei Juventus waren u.a. die Dänen John Hansen und Kal Aage Praest, doch der heimische Gampiero Boniperti war der wichtigste Spieler. 1952 gewann Juventus zum neunten Mal den Titel und nur ein Jahr später verließ Gianni Agnelli den Verein, doch seine Familie sollte weiterhin in Besitz des Vereins bleiben. 1956 wurde sein jüngerer Bruder Umberto, im Alter von 22 Jahren, zum neuen Vorsitzenden ernannt. 1958 konnte Juventus seine 10. Scudetto gewinnen und durfte somit zum ersten Mal den Meisterstern im Wappen tragen (momentan haben diesen neben Juventus nur noch der AC Mailand und Inter), um dann erneut 1960 und 1961 die Scudetto zu gewinnen, im Jahr als Giampiero Boniperti als aktiver Fußballer zurücktrat. Der Italo-Argentinier Omar Sivori war der talentierteste Spieler im Kader, John Charles ein kraftvoller Stürmer und der Rest des Teams war voll mit Trittbrettfahrern, was trotzdem gut genug war, um den italienischen Fußball zu dominieren. 1960 gelang Juventus das Double, den Coppa Italia und die Scudetto.
Nach der äußerst erfolgreichen Serie Inter Mailands zum Ende der 60-iger Jahre, gelang es Juventus 1967 unerwartet den Titel zu gewinnen, als Inter sein letztes Spiel gegen Mantua aufgrund eines schlimmen Patzers ihres Torhüters Sarti verlor. Die 70-iger und 80-iger Jahre sollten wiederum von Juventus dominiert werden. Zwischen 1971 und 1986 sollte man neun Mal die Scudetti (in 15 Jahren) gewinnen und schließlich auch den ersten Sieg in einem internationalen Wettbewerb erringen, dem UEFA Pokal 1977. Juventus schlug Athletic Bilbao aufgrund der Auswärtsregelung (1:0 in Turin, 1:2 in Bilbao). Zuvor verlor Juventus am 20. Mai 1973 das Finale im Champions Cup gegen Ajax, in Belgrad, sowie das Spiel um den Weltpokal gegen Independiente (0:1) in Rom, das Juventus für die Holländer, die nicht angetreten waren, spielte. Ungeachtet dessen hatte Juventus ein Team voller Stars: Torhüter Dino Zoff, die Verteidiger Gentile, Cabrini und Scirea, die Mittelfeldspieler Tardelli, Causio und Liam Brady und Stürmer wie Bettega, Paolo Rossi und Platini. Viele von Ihnen zählten zu den besten Spielern bei der Weltmeisterschaft 1982. Juventus gewann 1984 den Pokal der Pokalsieger (2:1 gegen Porto, in Basel), in dem der polnische Stürmer “Zibi” Boniek das entscheidende Tor erzielte. 1985 gewannen sie den europäischen Supercup mit einem Sieg über Liverpool. Im selben Jahr trafen beide Mannschaften erneut aufeinander, um das Endspiel um die Landesmeisterschaft in Brüssel, im Heysel Stadion, auszutragen. Juventus sollte gewinnen, doch dieser 25. Mai 1985 bleibt vielen nur wegen des Todes von 39 Zuschauern, hauptsächlich Juventus Anhänger, in Erinnerung. Juventus gewann anschließend auch den Weltpokal gegen Argentinos Juniors in Tokio. Die letzte Scudetto in dieser Dekade sollte 1986 gewonnen werden, als der AS Rom sozusagen „Selbstmord“ in den beiden letzten Spielen beging.
1990 zog Juventus in das Delle Alpi Stadion um und 1995 dann, nach 9 Jahren ohne großen Erfolg (nur einen Coppa Italia und einen UEFA Pokal), gewann Juventus seinen 22. Titel (bei ihrem 20. Titelgewinn erhielten sie einen zweiten Meisterstern auf ihrem Wappen). Während dieser Zeit gewann Juventus fast alles: italienische Titel, einen Champions League Titel 1996 (Sieg über Ajax nach Elfmeterschiessen) und den Weltpokal 1996, nach einem 1:0 Sieg über River Plate. In den darauf folgenden Jahren sollten sie sehr erfolgreich sein, verloren aber zweimal das Champions League Finale, 1997 gegen Dortmund und 1998 gegen Real Madrid. Große Spieler, wie zunächst Vialli und Ravanelli und dann Del Piero, Zidane und Davids, sollten die nennenswerten Spieler in diesen Jahren werden. Doch über diesen Erfolgen sollte ein Schatten liegen, spätestens als Zeman, Trainer von AS Rom, dem Verein Doping vorwarf und eine genauere Untersuchung verlangte, im Besonderen EPO und andere Medizin. Letztendlich wurde der damalige Leiter der medizinischen Abteilung und Geschäftsführer Giraudo nicht verurteilt, doch dieser Vorfall hinterließ seine Spuren auf der sonst makellosen Serie. Der Trainer Lippi verließ 1999 Juventus, doch der Verein musste ihn zurückholen, um wieder erfolgreich werden zu können. Zidane wurde an Real Madrid verkauft und Juventus nahm Gianluigi Buffon und Lilian Thuram unter Vertrag. Nach dem man 2 Scudetti in den Jahren 2002 und 2003 gewinnen konnte, ein Champions League Finale unglücklich im Elfmeterschiessen gegen den AC Mailand in Manchester verlor, sowie eine schlechte Saison spielte, entschied sich Lippi dazu, Trainer der italienischen Nationalmannschaft zu werden. 2005 konnte die “Triade” (Sportdirektor Moggi, Geschäftsführer Giraudo und Vizepräsident Bettega) einen neuen erfolgreichen Trainer einstellen: Fabio Capello. Mit Zlatan Ibrahimovic, einen jungen, berühmten Spieler von Ajax und dem Mittelfeldspieler Emerson vom AS Rom managte Juventus es, die Scudetto Nr. 28 und 29 zu gewinnen, doch der Skandal der Spielmanipulation sollte nicht lange auf sich warten lassen... Moggi wurde aufgrund krimineller Verabredungen des Betruges angeklagt und zusätzlich durch die Staatsanwaltschaft belastet. Juventus mußte in die Serie B zwangsabsteigen und auch die beiden letzten Titel wurden aberkannt. Inter wurden daraufhin beide Titel zugesprochen (2005 und 2006). Viele Spieler sollten Juventus anschließend verlassen und ein neuer Vorstand wurde gewählt. Der ehemalige Mittelfeldspieler Didier Deschamps wurde neuer Trainer und einige der Topspieler, wie Buffon, Del Piero, Nedved, Camoranesi und Trezeguet sollten dem Verein treu bleiben, unabhängig der unzähligen Angebote von internationalen Top-Teams. Am Ende der Saison gewann Juventus die Meisterschaft in der Serie B und stieg wieder in die Serie A auf. Hier musste man allerdings mit einer Strafe von 9 Punkten Abzug in die neue Saison starten.
Vereinsrivalitäten
Da es sich bei diesem Verein um den mit den meisten Anhängern handelt, hat Juventus viele Rivalen in der Serie A.
Als erstes ist da natürlich der Lokalrivale, der FC Turin, zu nennen. Die Rivalität erlebte ihren Höhepunkt in den 70-iger Jahren, insbesondere 1967-1977, als Juventus die Scudetto mit 51 von 60 möglichen Punkten gewann und Turin mit 50 Punkten nur Vizemeister wurde. Manchmal gipfelt diese Rivalität in Ausschreitungen, zuletzt beim Derby am 30. September 2007, als die Anhänger beider Vereine außerhalb des Stadions aufeinandertrafen. Viele Fahrzeuge wurden dabei beschädigt oder zerstört und die Polizei musste 30 Fans in Gewahrsam nehmen.
Die historische Rivalität aber besteht mit Inter Mailand: bis zum Skandal 2006, aufgrund der Tatsache, dass beide Vereine die einzigen waren, die seit Gründung der Serie A dabei gewesen sind ohne ein einziges Mal abzusteigen. Die Partien zwischen diesen beiden Mannschaften wurden auch “Derby d'Italia” genannt. Nach dem Calciopoli Skandal und Juventus Zwangsabstieg in die Serie B, verstärkte sich die Rivalität noch, da vor allem die Juventus Anhänger Inter für die Verurteilung nach diesem Skandal verantwortlich machten: die Machenschaften Luciano Moggis (damals Sportdirektor von Juventus) wurden dadurch aufgedeckt, dass die Telefonleitung angezapft wurden und die Telekom befand sich im Besitz des Inter Vizepräsidenten Marco Tronchetti Provera. Im Grunde konnte Inter von diesem Skandal ja auch profitieren, denn ihnen wurde die Scudetto 2006 zugesprochen. Diese Rivalität allerdings hat niemals wirklich zu ernsthaften Ausschreitungen geführt, lediglich zu einigen Diskussionen in Pubs, Foren oder Blogs.
Weitere nennenswerte Rivalitäten entstanden während der 80-iger Jahre zwischen dem AS Rom und Florenz, insbesondere da die Anhänger beider Teams jeweils den Titel für sich beanspruchten und behaupteten, den Titel nur deshalb nicht gewonnen zu haben, da es einige merkwürdige Schiedsrichterentscheidungen zu Gunsten Juventus gegeben habe.
Die größte Rivalität auf internationaler Ebene besteht mit Liverpool, vor allem aufgrund der Tragödie im Heysel Stadion 1985.
Seltsamerweise besteht kaum noch eine Rivalität zwischen Juventus und dem AC Mailand, nicht nur aufgrund der seit langen bestehenden Absprache bezüglich Werbung und Branding. Diese fehlende Rivalität sehen viele Anhänger anderer Vereine als Indiz dafür, dass beide Vereine auch eine sportliche Absprache getroffen haben, da beide Vereine die Mehrzahl aller Trophäen und Titel über das Jahrzehnt hinweg unter sich ausmachten.
Stars des aktuellen Kaders
Torhüter
- Gianluigi Buffon - 1
- Gianluigi Buffon, alle nennen ihn “Gigi”, ist nicht bloß ein Torhüter, er ist der beste Torhüter der Welt. Er wird zwar bald 30, doch er ist bereits seit 12 Jahren Profi. Nach 10 Jahren bei Parma (einschließlich der Jugend) hat er 2001 einen Vertrag bei Juventus unterzeichnet. Er ist Weltmeister und hat zwei Mal den Titel in der Serie A gewonnen. Er kommt aus einer sportbegeisterten Familie, seine Schwestern waren Volleyball-Spielerinnen.
- Pavel Nedved - 11
- Der tschechische Mittelfeldspieler ist bereits 35 Jahre und fast am Ende seiner professionellen Karriere angelangt. Trotzdem ist er immer noch ein Topspieler und ein sehr professioneller Athlet dazu. Er hat den Ballon d'Or 2003 nach einer fantastischen Saison gewonnen, hatte aber ein schlechtes Gewissen, da er im Champions League Finale aufgrund zweier gelber Karten gesperrt war.
- Alessandro Del Piero - 10
- Alessandro Del Piero ist ein weiterer Weltmeister in den Reihen von Juventus. Er ist der wohl begabteste Spieler im Team und ein Großteil der Juventus Anhänger liebt ihn abgöttisch. Er wird von ihnen liebevoll auch nur “Alex” genannt. Obwohl er in der Jugendakademie von Padua aufgewachsen ist, hat er seine Karriere in den letzten 13-14 Jahren doch komplett Juventus gewidmet.
- David Trezeguet - 17
- Der Stürmer französisch-argentinischer Herkunft ist Weltmeister 1998 und Europameister 2000 mit Frankreich geworden und ist ein außergewöhnlicher Spieler. Man kann ihn 89 Minuten lang nicht sehen, um dann in der allerletzten Minute voll aufzudrehen und dich schwindelig spielen. Ein fantastischer Spieler.
Vereinslegenden
Giampiero Combi (1922-1934): ein legendärer Torhüter der “goldenen Ära“. Er gewann 5 Ligatitel und ein Mal die Weltmeisterschaft.
Virginio Rosetta (1925-1936): wichtiger Verteidiger, dessen Transfer von Pro Vercelli nach Juventus einen Skandal auslöste, da ihm dafür 50.000 Liras gezahlt wurden. Er gewann acht Mal den Ligatitel und die Weltmeisterschaft 1934.
Umberto Caligaris (1928-1935): zusammen mit Combi und Rosetta, das dritte Mitglied einer großarten Verteidigung, bei Juventus und in der Nationalmannschaft. Er gewann fünf Titel. Er starb mit 39 Jahren, bei einem Altstar-Spiel.
Raimundo Bibiano Orsi (1929-1935): wurde erstmals bei der Olympiade 1928 entdeckt, doch er musste ein Jahr lang warten, bevor er die Möglichkeit hatte für Juventus zu spielen, da es Probleme mit seinen Papieren gab (er durfte als Ausländer nicht in Italien spielen, obwohl er italienische Vorfahren hatte).
Renato Cesarini (1930-1935): berühmt für seine Tore kurz vor Ende einer Partie, das später auch als “Zona Cesarini” bekannt wurde. Sehr talentiert. Er ist in Chacharita in Argentinien aufgewachsen.
Giovanni Ferrari (1930-1935): wenn man nicht gerade der talentierteste Spieler ist, aber 8 Titel gewinnt, dann muss man andere Qualitäten haben. Ferrari war Stammspieler und ein sehr disziplinierter Stürmer. Er gewann den Weltmeistertitel 1934 und 1938.
Carlo Parola (1939-1954): in Turin geboren, verbrachte der defensive Mittelfeldspieler seine ganze Luafbahn bei Juventus, nur im letzten Jahr seiner Karriere wechselte er noch einmal zu Lazio Rom (SS Lazio), um anschließend in den 70-iger Jahren Trainer zu werden. Carlo Parola wurde u.a. berühmt durch seinen Scherenschlag, der über Jahre hinweg das Cover auf den Fußballsammelbildern darstellte.
Giampiero Boniperti (1946-1961): ein so großartiger Spieler, dass er sowohl Stürmer aber auch den Spielmacher spielen konnte. Er widmete seine Karriere allein Juventus. In der Nationalmannschaft aber erfolglos. Mit ihm zeigte die Azzurri die schlimmste Leistung in der Geschichte Italiens.
John Hansen (1948-1954): einer der ersten ausländischen Spieler nach dem Zweiten Weltkrieg und auch einer der ersten Spieler, der als Aushängeschild für eine Werbekampagne genutzt wurde.
Omar Enrique Sivori (1957-1965): ein begabter Stürmer, auch “Cabezon”, wegen seiner Dickköpfigkeit, genannt, war ständig im Streit mit den –nparteiischen, aber dennoch ein großartiger Spieler. Er gewann 3 Titel in der Serie A.
John William Charles (1957-1962): Sivoris Sturmpartner in einem außergewöhnlichen Angriff. Das totale Gegenteil zu seinem Gegenüber. Er wurde daher auch der “Good Giant” genannt.
Roberto Bettega (1970-1983): in der Juventus Akademie aufgewachsen, mit guten technischen Fähigkeiten und hoher Spielintelligenz. Sein einziger Makel ist, dass er aufgrund einer Verletzung nicht bei der siegreichen Weltmeisterschaft dabei sein konnte.
Dino Zoff (1972-1983): hervorragender Torhüter. Er kam erst im Alter von 30 Jahren zu Turin, sollte aber 11 Jahre bleiben und wurde im Alter von 40 Jahren Weltmeister. Er ist ganz das Gegenteil zu dem Klischee eines verrückten Torhüters.
Claudio Gentile (1973-1984): einer der härtesten Verteidiger in den 70-iger und 80-iger Jahren. Berühmt für seine grandiose Deckungsarbeit gegen Maradona und Zico während der Weltmeisterschaft 1982.
Gaetano Scirea (1974-1988): ein eleganter “Libero”, begann seine Karriere als Mittelfeldspieler, doch Carlo Parola entschied sich, ihn als zentralen Verteidiger einzusetzen. Ein Gentleman, auf dem Platz und Privat, er verstarb im Alter von 36 Jahren bei einem Autounfall in Polen, wo er als Juventus Angestellter das UEFA Cup Spiel gegen Legia Warschau vorbereiten sollte.
Marco Tardelli (1975-1985): der wohl modernste Mittelfeldspieler zu dieser Zeit, ein wahrer Athlet, er war in der Lage zu verteidigen und Tore zu schießen. Er erzielte Italiens zweites Tor im WM Finale 1982.
Antonio Cabrini (1976-1989): linksfüßiger Verteidiger. Er gewann im schwarz/weißen Trikot einfach alles.
Paolo Rossi (1981-1985): er riskierte anfänglich seine Spielerkarriere, zum einen weil er in jungen Jahren bereits drei Mal am Knie operiert wurde, dann war er in einem Spielmanipulationsskandal verwickelt und wurde für zwei Jahre vom Spielbetrieb gesperrt. Anschließend wechselte er zu Juventus, doch er sollte wegen seiner Leistung bei der WM 1982 berühmt werden, bei der er Torschützenkönig wurde und mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet wurde.
Michel Platini (1982-1987): mit seiner Ankunft in Turin (Inter wollte ihn unter Vertrag nehmen, doch Agnelli war schneller) sollte die erfolgreichste Zeit in der Geschichte Juventus beginnen. Er war eine begabte Nummer 10, oder wie Agnelli zu sagen pflegte, eine neuneinhalb. Nach seinem Karriereende wurde er Trainer der französischen Nationalmannschaft und heute ist er Vorsitzender der UEFA.
Zbigniew Boniek (1982-1985): auch “Bello di notte” (schön bei Nacht) genannt, da er in der Regel besser bei UEFA Wettbewerben spielte, als in der italienischen Liga. Zibi wurde 1985 an den AS Rom verkauft.
Roberto Baggio (1990-1995): der “Divin Codino” (göttlicher Zopf), ist einer der besten Spieler der 90-iger Jahre gewesen. Er erhielt den Ballon d'Or 1993. Wie Paolo Rossi auch, so riskierte er seine Karriere, durch eine schlimme Verletzung, die er sich als Spieler bei Vicenza zuzog. Ein großartiger Spieler und ein bescheidener Mensch.
Zinedine Zidane (1996-2001): wurde von einem Juventus Talentspäher entdeckt, als dieser bei Bordeaux spielte und wurde mit 24 Jahren unter Vertrag genommen. Er spielte für 5 fantastische Jahre bei Turin. In dieser Zeit wurde er auch Welt- und Europameister. Er ging 2001 zu Real Madrid und blieb dort weitere 5 Jahre. Er beendete seine Karriere mit einer roten Karte, in seinem zweiten WM-Endspiel, die er für einen Kopfstoß gegen Marco Materazzi sah.
Gianluca Zambrotta (1999-2006): er kann sowohl als rechter oder als linker Außenverteidiger spielen. Ein gutter Verteidiger mit Offensivdrang. Nach dem Manipulationsskandal wechselte er zum FC Barcelona.
Filippo Inzaghi (1997- 2001): er ist berühmt für seine Fähigkeit, im richtigen Moment am richtigen Platz zu sein. Er hat keine besonders gute Technik, ist aber tödlich im Abschluss. Er hält sich immer in der Nähe der Abseitsposition auf, und wenn er durchkommt, dann bestraft er in der Regel alle. Nach der Verpflichtung Trezeguets folgte er seinem Trainer Ancelotti zum AC Mailand.
Fabio Cannavaro (2004-2006): Die Berliner Mauer. Diesen Namen erhielt er, nach dem er die Weltmeisterschaft in Deutschland gewann, den Ballon d'Or erhielt und als FIFA Weltfußballer 2006 (der erste Verteidiger, der diese Auszeichnung erhielt) ausgezeichnet wurde. Er ist nicht sonderlich groß, aber schnell und kräftig mit einer hervorragenden Fähigkeit, dem Stürmer den Ball zu stehlen.
Zlatan Ibrahimovic (2004-2006): Ibracadabra, das Genie. Er ist unfassbar, was er mit seinen großen Füßen alles anstellen kann. Während seiner Karriere bei Juventus hatte er ein erfolgreiches Einstandsjahr und einer durchwachsene zweite Saison. Nach dem “Calciopoli” Skandal ging er zu Inter, eine Entscheidung, die für eine große Enttäuschung bei seinen ehemaligen Fans sorgte.
Meiste Einsätze
| Rang | Spieler | Karrieredaten | Anzahl Einsätze |
|---|---|---|---|
| 1 | Gaetano Scirea | 552 | |
| 2 | Alessandro Del Piero | 535 | |
| 3 | Giuseppe Furino | 528 | |
| 4 | Roberto Bettega | 481 | |
| 5 | Dino Zoff | 476 | |
| 6 | Giampiero Boniperti | 460 | |
| 7 | Sandro Salvadore | 450 | |
| 8 | Franco Causio | 447 | |
| 9 | Antonio Cabrini | 440 | |
| 10 | Antonello Cuccureddu | 433 |
Meiste Tore
| Rang | Spieler | Karrieredaten | Anzahl Tore |
|---|---|---|---|
| 1 | Alessandro Del Piero | 224 | |
| 2 | Giampiero Boniperti | 179 | |
| 3 | Roberto Bettega | 178 | |
| 4 | Omar E. Sivori | 167 | |
| 5 | Felice Placido Borel | 157 | |
| 6 | David Trezeguet | 156 | |
| 7 | Pietro Anastasi | 131 | |
| 8 | John Hansen | 124 | |
| 9 | Roberto Baggio | 115 | |
| 10 | Federico Munerati | 114 |
Spielerauszeichnungen & Preise
Capocannoniere (Serie A Torschützenkönig):
- 1932-33 Felice Placido Borel 29 Tore
- 1933-34 Felice Placido Borel 31
- 1947-48 Giampiero Boniperti 27
- 1951-52 John Hansen 30
- 1959-60 Omar E. Sivori 27
- 1979-80 Roberto Bettega 16
- 1983-84 Michel Platini 16
- 1984-85 Michel Platini 20
- 1985-86 Michel Platini 18
- 2001-02 David Trezeguet 24
Italienische Auszeichnungen
- Guerin d'Oro
- Michel Platini (1984), Paulo Sousa (1995), Angelo Peruzzi (1997), Pavel Nedved (2003)
- Oscar del Calcio – Bester Italienischer Spieler
- Alessandro Del Piero (1998), Fabio Cannavaro (2006).
- Oscar del Calcio – Bester Ausländischer Spieler
- Zinedine Zidane (1997, 2001), David Trezeguet (2002), Pavel Nedved (2003), Zlatan Ibrahimovic (2005)
- Oscar del Calcio – Bester Italienischer Torhüter
- Angelo Peruzzi (1997, 1998), Gianluigi Buffon (1999, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006)
Internationale Auszeichnungen
- FIFA Weltfußballer des Jahres
- Roberto Baggio (1993), Zinedine Zidane (1998, 2000), Fabio Cannavaro (2006).
- Ballon d'Or
- Omar E. Sivori (1961), Paolo Rossi (1982), Michel Platini (1983, 1984, 1985), Roberto Baggio (1993), Zinedine Zidane (1998), Pavel Nedved (2003), Fabio Cannavaro (2006).
Mannschaftserfolge
National
- Liga
- Serie A Titel: 27 (1905, 1925-26, 1930-31, 1931-32, 1932-33, 1933-34, 1934-35, 1949-50, 1951-52, 1857-58, 1959-60, 1960-61, 1966-67, 1971-72, 1972-73, 1973-74, 1974-75, 1976-77, 1977-78, 1980-81, 1981-82, 1983-84, 1985-86, 1994-95, 1996-97, 1997-98, 2001-02, 2002-03)
- Pokale
- Coppa Italia: 9 (1937-38, 1941-42, 1958-59, 1959-60, 1964-65, 1978-79, 1982-83, 1989-90, 1994-95)
Supercoppa italiana: 4 (1995, 1997, 2002, 2003)
International
- Weltpokal: 2 (1985, 1996)
- Champions Cup/Champions League: 2 (1984-85, 1995-96)
- Pokal der Pokalsieger: 1 (1983-84)
- UEFA Cup: 3 1076-77, 1989-90, 1992-93)
- Europäischer Supercup: 2 (1984, 1986)
- UEFA Intertoto: 1 (1999-2000)
Vereinsführung
Juventus befindet sich im historischen Besitz der Agnelli Familie (FIAT), der Verein ist seit dem 3. Dezember 2001 an der Mailänder Börse notiert. Aufgrund des “Calciopoli” Skandals wurde der komplette Vorstand neu gestaltet. Zur Zeit ist Giovanni Cobolli Gigli Vorsitzender (ein Mitglied des alten Vorstands) und die weiteren Mitglieder sind: Jean-Claude Blanc (Geschäftsführer), Carlo Barel di Sant'Albano, Aldo Mazzia, Gian Paolo Montali, Riccardo Montanaro, Marzio Saà und Camillo Venesio. Nur zur Information: Gian Paolo Montali ist ehemaliger Trainer der italienischen Volleyballnationalmannschaft. Zur Zeit hält das Familienholding IFIL, mit John Jacob Elkann (Gianni Agnellis Neffe) als Geschäftsführer, mit 60% die Mehrheit der Anteile an Juventus.
Vereinspersonal:
Trainer: Claudio Ranieri
Assistenz-Trainer: Christian Damiano
Spielbekleidung
Juventus Heimtrikots setzen sich wie folgt zusammen: Schwarz/weiß gestreiftes Hemd, weiße Hose und weiße Socken. Das Auswärtstrikot sieht wie folgt aus: blaues Hemd mit gelben Revers, blauen Hosen und blauen Socken.
Ursprünglich waren die Farben Juventus rosa und schwarz, doch 1903 wurde ein neuer Satz Trikots aus einer Fabrik in Nottingham geordert (zu dieser Zeit gab es in Italien noch keine Textilfabrik) und sie sollten die Spielbekleidung von Notts County geliefert bekommen. Seit diesem Tag spielt Juventus in den Farben schwarz und weiß.
Das Trikot des Torhüters war traditionell komplett Schwarz, manchmal mit einem grauen Hemd. In den letzten 15 Jahren ist der technische Ausstatter aber kreativer geworden und man konnte bereits rosa Hemden, graue (mit Muskeln in der Mitte aufgezeichnet) und sogar schwarz/weiß gestreifte Hemden (während die Mannschaft die Auswärtstrikots trug), sehen.
Stadion
Juventus zuhause ist das “Stadio Olimpico di Torino”. 1933, während der Zeit des Faschismus gebaut und ursprünglich “Stadio Benito Mussolini”, zu Ehren des italienischen Diktators, benannt. Zu dieser Zeit wurde das Mussolini Stadion nur von Juventus alleine genutzt, während das andere Team, FC Turin, im “Filadelfia” spielte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es nur “Stadio” genannt, dann “Stadio Comunale” (Stadion der Gemeinde). Während der 80-iger Jahre hatte es eine Kapazität von 71.000 Plätzen und wurde in dieser Zeit auch das zuhause vom FC Turin. 1990 verließ Juventus diese Spielstätte und spielte seine Heimspiele von nun an im “Delle Alpi Stadion”, das extra für die WM “Italia 90” gebaut wurde. Das “Stadio Comunale” wurde runderneuert und mit einer neuen Kapazität von 27.000 Sitzen, alle überdacht, wurden hier auch die Olypmischen Winterspiele 2006 (Eröffnungs- und Abschiedsfeier) ausgetragen. Zu diesem Zwecke wurde es in “Stadio Olimpico” umbenannt, unter dessen Namen es heute bekannt ist. Nichtsdestotrotz überlegt der Vorstand von Juventus, ob man im “Olimpico” bleiben soll, zurück ins Delle Alpi kehren oder ein komplett neues Stadion bauen soll. Die Letztere der Möglichkeiten schien im Februar 2007 der Favorit zu sein, doch nun scheint es eher eine Entscheidung zwischen Option 1 oder 2 zu geben.
Sponsoren
- Hauptsponsor: New Holland - Fiat Group
- Technischer Ausrüster: Nike
- TV Sponsor: SKY TV Italia
Interessante Links
- Offizielle Mannschaftseite http://www.juventus.com
- Offizielle Ligaseite http://www.lega-calcio.it
- Offizielle Ticketeseite http://www.juventus.com/site/ita/JAY_ticket_seriea.asp?myticket=1
- Stadion Homepage http://www.stadiotorino.it
- Homepage der Stadt http://www.comune.torino.it/
Referenzen
- http://www.juventus.com
- www.rsssf.com
- http://en.wikipedia.org/wiki/Juventus_F.C.
- http://spazioinwind.libero.it/juventusclubarezzo/storia.html
- www.storiadelcalcio.info
- www.lastampa.it





















Mneumi